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Tochter der Nomaden Mit Malika Mokeddem an der Küste Algeriens
Ein Film von Klaus Ickert
Es ist ihre eigene Geschichte: Malika Mokeddem selbst war dieses Mädchen, von dem sie in ihren Romanen immer wieder erzählt. Die Nomadentochter aus der Wüste Algeriens, die ihre Familie und ihr Dorf verlassen musste, um die zu werden, die sie sein wollte: Eine selbstbestimmte Frau, eine Ärztin, eine Schriftstellerin. Ein unendlich weiter Weg für ein kleines muslimisches Mädchen, das noch aufwuchs mit den traditionsreichen Geschichten ihrer Großmutter, die vom Volk der Nomaden erzählten und ihren endlosen Karawanen durch die Sahara.
Malika war auffallend intelligent, was aber hätte ihr das genützt, wäre sie nicht auch besonders mutig gewesen? Als sie verheiratet werden sollte, versteckte sie sich, obwohl sie damit Schande auf die Familie lud, und schließlich gelang es ihr sogar in Oran Medizin zu studieren - als erstes Mädchen ihres Stammes.
Aber es stellte sich heraus, dass sie noch viel weiter reisen musste, um den engen Grenzen, die muslimischen Frauen gesetzt werden, zu entkommen. Heute lebt Malika Mokeddem auf der anderen Seite des Mittelmeeres, in Südfrankreich, wo sie als Ärztin arbeitet und wo sie ihre Romane schreibt. Sehr erfolgreiche Bücher, die immer wieder die Irr- und Umwege hin zu individueller Freiheit beschreiben.
In Begleitung des Filmemachers Klaus Ickert fährt die Schriftstellerin noch einmal zurück: Von der Küste Algeriens nach Kénadsa, wo sie ihre alten Eltern besucht, die lange mit ihr nichts mehr zu tun haben wollten. Das hat sich inzwischen geändert. Vielleicht weil die Schriftstellerin so unbeirrt an die Veränderbarkeit der Welt glaubt: Das zeigte sich auch bei den Dreharbeiten in dem von Anschlägen durch religiöse Fundamentalisten auch heute immer wieder gefährdeten Algerien.: Unverschleiert schreitet Malika Mokeddem durch den Basar, stolz, furchtlos, kompromisslos.
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